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Samstag, 21.10.2017, 17:00h
Chilchacher Koppigen; 100 Zuschauer
KSV Koppigen - FCR I 4:4 (4:2)
Tore: 8. 1:0, 15. 2:0, 17. Stucki 2:1, 21. 3:1, 31. 4:1, 34. L. Iseli 4:2, 70. K. Iseli 4:3, 78. K. Morf 4:4.
FCR I: Sven Ammann; Müller, Maik Morf, Nick Rüfenacht, Kevin Morf (83. Ryser); K. Iseli, L. Iseli (75. Marquez), Moser, Hegi (60. Egger); Marquez (46. S. Röthlisberger), Stucki (51. Geiser).
FCR ohne: Shabani, Pascale, Sägesser, Lanz und Schneeberger.

Trotz einer grümpelturnier-ähnlichen Leistung und einem 4:1 Rückstand nach dreissig Minuten, gehen die Roggwiler in Koppigen nicht als Verlierer vom Platz. Der von seinen Vorderleuten zuerst sträflich alleine gelassene FCR-Goalie Sven Ammann rettet seinen Teamkollegen mit zwei Glanzparaden in der 40. und 80. Minute zumindest den einen Punkt.

Mit einer Rochade auf der Goalieposition versuchte Trainer Blum seinen Feldspielern zu signalisieren, dass konsequentes Defensivverhalten die Grundlage jedes Erfolges ist. Durch den erstmaligen Einsatz von Juniorengoalie Sven Ammann in der 1. Mannschaft hätte eigentlich erwartet werden können, dass die Feldspieler diesen unterstützen und möglichst viele Angriffe bereits weit vor dem Gehäuse abfangen. Doch in der ersten halben Stunde war dies nicht im geringsten der Fall. Der Aufsteiger Koppigen war von seinem Trainer Urs Affolter sehr geschickt auf die Spielweise der Gäste eingestellt worden. Diese liessen die Gäste fast ungestört den Spielaufbau gestalten, doch in der eigenen Platzhälfte machte das Heimteam dann alle Räume dicht und bei Balleroberungen folgten blitzschnelle Angriffe über die schnellen Aussenläufer. Diese Vorgehensweise überforderte den FCR total. Bereits in der 7. Spielminute führte eine solche Aktion fast zum ersten Tor. Eine perfekte Flanke wurde aus kurzer Distanz ganz knapp neben das Tor geköpfelt. Doch nur eine Minute später war der Führungstreffer perfekt. Der pfeilschnelle KSV-Aussenläufer Cédric Wyss überforderte nicht zum ersten und auch nicht zu letzten Mal die Roggwiler Hintermannschaft. Sein perfekter Rückpass konnte von Widmer verwertet werden. In der 15’ war es erneut Wyss, welcher seinem Gegenspieler enteilte, doch zur Entlastung von Aussenverteidiger Kevin Morf muss auch erwähnt werden, dass seine Absicherung durch einen Innenverteidiger inexistent war. So lief Wyss erneut ungehindert in den Strafraum und schon stand es 2:0. Nur zwei Minuten später kam der FCR zum Anschlusstor. Ein Schuss von Luca Iseli konnte der KSV-Goalie nur vor die Füsse von Stürmer Stucki abwehren und der Goalgetter hatte keine Mühe, seine Qualitäten im Torabschluss zu zeigen und das Tor zu erzielen. Erneut im Tiefschlaf waren die FCR-Spieler als der KSV einen Corner listig kurz ausführte und der Angreifer mit dem Ball nahezu ungehindert bis in den Fünfer laufen konnte und von dort Goalie Ammann mit einem satten Schuss bezwang. Nach einer halben Stunde war das FCR-Debakel perfekt. Durch einen erneut schnellen Angriff wurde das FCR-Defensiv zum wiederholten Male ausgehebelt und der bedauernswerte Ammann hatte bereits zum vierten Male chancenlos das Nachsehen. In der 34’ kam der FCR zum zweiten Tor. Kevin Morf bediente Luca Iseli und Iseli schob den Ball aus 10 Metern überlegt ins Netz. Wer jetzt auf ein verbessertes Spiel der Gäste hoffte wurde noch vor der Pause zweimal arg enttäuscht. In der 36’ passte bei einem KSV-Corner die Zuordnung nicht und KSV-Captain Schäfer kam ungehindert aus 3 Metern zu einer perfekten Kopfballchance. Doch Schäfer, sonst zusammen mit Marc Affolter der überragende Spieler beim Heimteam, setzte seinen Kopfball völlig unbedrängt über das Gehäuse. Und in der 40’ konnten sich die FCR-Feldspieler bei ihrem Goalie bedanken, dass er die Entscheidung zum 5:2 verhinderte, indem er eine 1:1-Situation gegen einen gegnerischen Stürmer mit einer Klasseparade entschärfen konnte. Fast schon unnötig zu erwähnen, dass ein einziger Steilpass den FCR komplette aushebelte.

Leicht verbessert in Halbzeit zwei
Mit einigen Umstellungen (Röthlisberger für Marquez) und vor allem mit dem Wechsel von Kevin Iseli von der Aussenposition ins Zentrum wurde das Roggwiler Spiel mit Beginn der zweiten Halbzeit solider. Es dauerte aber bis zur 70’ bis der FCR seine Bemühungen mit dem 4:3 Anschlusstor belohnt sah. Mit der Einwechslung von Egger kam auch über die linke Aussenposition endlich etwas Zug ins FCR-Offensivspiel. Der ebenfalls eingewechselte Geiser hatte Kevin Iseli lanciert und der in der zweiten Halbzeit beste Roggwiler schob den Ball überlegt ins Netz. Da der KSV in der zweiten Halbzeit merklich abbaute, hatte der FCR nun die Überhand und der Ausgleich lag spürbar in der Luft. Im Anschluss an eine Standartsituation war es dann dem Captain Kevin Morf vorbehalten, diesen zu erzielen. Noch blieb knapp eine Viertelstunde Zeit den Sieg doch noch zu realisieren. Doch zuerst konnten die Roggwiler ihrem jungen Goalie nochmals danken. Einen Distanzschuss kratzte dieser mit einer spektakulären Flugeinlage in extremis aus dem Toreck. Dem FCR fehlte nun die Cleverness, um die durchaus vorhandenen Chancen zum Siegtreffer zu nutzen, entweder wurden mit falschen Laufwegen die sich anbahnende Torchance bereits im Entstehen wieder zu Nichte gemacht oder dann war der Torschuss zu ungenau. In der 88’ hätte aber das Pendel nochmals auf die Seite des KSV ausschlagen könnten. Ein KSV-Angreifer lief unbedrängt auf den FCR-Goalie zu, dieser verringerte dem Stürmer den Winkel geschickt, so dass dieser etwas überhastet über das Tor schoss.

Als der Schiedsrichter das Spiel beendete wussten wohl weder die Zuschauer noch die Spieler selbst, was sie nun von dem soeben gesehenen halten sollten. So muss wohl das Fazit gezogen werden, dass beide Mannschaften mit dem Punkt zufrieden sein können, aber «handkehrum» doch wieder nicht.

Thomas Dübendorfer