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Das Zwöi des FC Roggwil hat sich selber eine Lehrstunde erteilt, wie man ein vermeintlich einfaches Spiel, zwischenzeitlich schwierig gestalten kann. Gegen Olimpica resultiert letztlich dennoch ein verdienter 7:3-Sieg, bei welchem Joel Stucki mit zwei Toren und vier Assists brillierte.

Zu Boden gerungen

Schon sehr früh schien es, als würde der FC Roggwil einem einfachen Spiel entgegenlaufen. Die Gegner spielten wie Feierabend-Kickers, ihr Torhüter machte in keinem Moment den Eindruck, als liesse er sich zu einer Parade hinreissen. Und schon in der 2. Minute entglitt diesem ein erster Ball, der Michael Künzi schliesslich mit einem Schuss an den Pfosten setzte. Als dann in der 23. Minute nach einem Ryser-Eckball Gjidodaj auch noch im Fünfmeterraum per Kopf reüssieren konnte, war eigentlich alles für einen gemütlichen Abend vorbereitet. Nur leider dachte die Mannschaft von Trainer Thomas Dübendorfer (Sacheli arbeitsbedingt abwesend) genau gleich. Und in typischer Manier folgte nur zwei Minuten später der Ausgleich, bei dem der Ball die Torauslinie eigentlich zuvor schon mehr als deutlich überquert hatte. Roggwil wurde davon erneut aufgeweckt, powerte sofort wieder nach vorne, bis Sven Uebersax auf der rechten Seite mustergültig flankte und Joel Stucki mit einem genau getimten Kopfball auf 2:1 erhöhen konnte.
Das Spiel flachte daraufhin ab. Das hatte indes weniger mit dem grossen Platz zu tun, sondern vielmehr mit dem redefreudigen Gegner. Dieser kommentierte jede Situation, reklamierte und provozierte was nur ging. Dass sie auch Fussball spielen könnten zeigte indes das 2:2, welches in der 43. Minute fiel. Ein Steilpass, ein Torschuss und der FCR war Schachmatt gesetzt.

Reaktion ab dem dritten Drittel
Roggwil hatte sich damit ein vermeintlich einfaches Spiel schwierig gemacht, weil sie zuliessen, dass der Gegner Fahrt aufnehmen konnte. Aus dem Feierabend-Kick wurde ein temperamtgefülltes Länderspiel, bei welchem der FCR seine Vorteile zwar kannte, aber nicht ausspielte. Dass ausgerechnet zwei Minuten nach Wiederanpfiff das 3:2 für Olimpica fiel, machte die Aufgabe weiter schwierig. Mit Moral, Kampfgeist und positiver Kommunikation bauten sich die Oberaargauer aber Schritt für Schritt auf und kamen dadurch vermehrt zu Möglichkeiten. Als das letzte Drittel der 90-Minuten-Partie startete, brachte das Sturmtrio Stucki/Künzi/Ryser das Fass zum Überlaufen. In der 61. Minute spielte Joel Stucki einen herausragenden Schnittstellen-Pass auf Ryser, der im eins-gegen-eins mit dem Torwart den Ausgleich erzielte. In der 71. Minute dann passte Stucki von aussen auf Künzi, der den halbhohen Pass mit stoischer Ruhe annahm, Volley aus der Drehung schoss und auch noch verwandelte. Roggwil war damit wieder in Führung. Sofort war klar, dass die Partie nun endlich den gewollten Lauf nehmen würde.
Ryser war es schliesslich, der in der 77. Minute erneut von Stucki in die Offensive geschickt wurde und traf. Aus einem spitzen Winkel nahe der Grundlinie entschied sich der Schreiberling für einen Pass ins Tor – statt wie in dieser Situation üblich in die Mitte. Der Torhüter, der derart schlecht positioniert war, schien bei dieser Finte ohnmächtig. In der 80. Minute gelang Ryser dann auch noch sein dritter persönlicher Treffer als – wie könnte es anders sein – Stucki ihm die Aufgabe mit einem Querpass einfach machte. Die Schlussminuten zeigten dann, dass Olimpica weder wollte, noch reagieren konnte. Das nun langsame Spiel hatte nur noch Höhepunkte, wenn der FCR diese suchte. So auch in der 87. Minute als Stucki, nach Pass in den Lauf von Alain Jacobs, den Torwart ausdribbelte und zum Schlussresultat von 7:3 traf.
Zum erwartet einfachen Spiel kam es somit erst nach der Leistungssteigerung im letzten Drittel. Davor hatte Roggwil zwar einen guten Start, liess aber auch zu stark in den eigenen Offensivbemühungen nach. Mit energischen Aussenverteidigern, aggressiven und erfolgreichen Stürmern und vor allem einem Joel Stucki mit vier entscheidenden Assists und zwei Toren konnte der schon vor der Partie budgetierte Sieg dennoch nach Hause gebracht werden. Die Roggwiler stehen damit ein Spiel vor dem Meisterschaftsende – am Freitagabend um 20.00 Uhr im Bossloch inklusive Pizza-Event – punktgleich mit Olimpica auf dem dritten Rang. Diesen wollen sie im Heimspiel gegen Sumiswald verteidigen.

Telegramm:
Olimpica 84 – FC Roggwil 3:7 (2:2)
Kirchberg; 55 Zuschauer.
Tore: 23. Gjidodaj 0:1. 24. 1:1. 26. Stucki 1:2. 43. 2:2. 47. 3:2. 61. Ryser 3:3. 71. Künzi 3:4. 77. Ryser 3:5. 80. Ryser 3:6. 87. Stucki 3:7.
FCR II: Sven Ammann; Gerber, Patrick Zumstein, Röthlisberger, Uebersax; Gjidodaj (75. Bürki); Sandro Ammann (57. Jacobs), Neuenschwander; Ryser, Stucki, Künzi (80. Ammann). Nicht eingesetzt: Dübendorfer, Pascal Zumstein.
Bemerkungen:  FCR ohne Bria, Meister, Schüpbach, Anliker, Marquez, Neukomm, Kurtuldu, Frenzen, Sacheli, Leuenberger. 2. Pfostenschuss Künzi.